Sie kommen im Herbst Nosferatu-Spinne im Haus – sie kann beißen, doch so handeln Sie richtig
Service · Wenn es draußen kühler wird, suchen Spinnen Schutz in Gebäuden. Eine Art sorgt dabei besonders für Aufregung: die Nosferatu-Spinne. Doch wie gefährlich ist sie wirklich – und was sollte man tun, wenn das Tier plötzlich im Wohnzimmer sitzt?
21.09.2026 , 07:54 Uhr
ie Nosferatu-Spinne fühlt sich mittlerweile auch bei uns in Deutschland wohl.
Foto: dpa/Robert Pfeifle
Die wichtigste Nachricht vorweg: Ruhe bewahren und Abstand halten. Die Nosferatu-Spinne kann zwar die menschliche Haut durchdringen und bei direkter Bedrohung zubeißen. Für Menschen ist ihr Gift nach Einschätzung von NABU und Umweltbundesamt jedoch nicht gefährlich.
Warum die Nosferatu-Spinne im Herbst häufiger auftaucht
Die Nosferatu-Spinne heißt wissenschaftlich Zoropsis spinimana und stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. In Deutschland wurde sie erstmals 2005 nachgewiesen. Inzwischen ist sie nach Angaben des Umweltbundesamtes bundesweit verbreitet.
Im Herbst beginnt die Hauptpaarungszeit. Gleichzeitig werden die Nächte kühler. Dann suchen die wärmeliebenden Tiere häufiger geschützte Plätze in Häusern, Wohnungen, Garagen, Kellern oder auf Dachböden. Gebäude bieten der Spinne ein wärmeres und geschütztes Umfeld, wenn die Temperaturen draußen sinken.
Die Art kann in Deutschland in der freien Natur ganzjährig beobachtet werden. Nach Angaben von NABU überwintern Nosferatu-Spinnen häufig in menschlicher Nähe. Weibchen bauen für ihre Eier einen Kokon und bewachen ihn eine Zeit lang.
So erkennen Sie eine Nosferatu-Spinne
Nicht jede große Spinne im Haus ist automatisch eine Nosferatu-Spinne. Einige typische Merkmale helfen bei der Einordnung:
- auffällige Größe: Weibchen erreichen eine Körperlänge von etwa 10 bis 19 Millimetern, die Beinspannweite kann rund fünf Zentimeter betragen;
- braun-graue bis gelbliche Färbung: Die Beine sind meist dunkel geringelt;
- markante Zeichnung: Auf dem Körper ist ein dunkles Muster zu erkennen, das mit etwas Fantasie an das Gesicht des Filmvampirs Nosferatu erinnert;
- aktive Jagd: Die Spinne baut kein Fangnetz, sondern läuft ihrer Beute hinterher und überwältigt sie mit einem schnellen Zugriff;
- glatte Oberflächen: Dank spezieller Hafthaare kann sie sich auch an senkrechten Glasscheiben bewegen.
Verwechslungen sind vor allem mit der Großen Winkelspinne möglich. Diese baut typischerweise ein Trichternetz und wirkt oft dunkler sowie langbeiniger. Eine sichere Bestimmung ist ohne Foto allerdings nicht immer möglich.
Ist die Nosferatu-Spinne gefährlich?
Die Nosferatu-Spinne zählt zu den wenigen Spinnenarten in Deutschland, deren Kieferklauen die menschliche Haut durchdringen können. Das bedeutet jedoch nicht, dass von ihr eine erhebliche Gefahr ausgeht.
Sie beißt normalerweise nur, wenn sie sich bedrängt fühlt. Fühlt sich das Tier bedroht, kann es sich aufrichten und die Kieferklauen zeigen. Wer Abstand hält und die Spinne nicht mit der Hand berührt, reduziert das Risiko eines Bisses erheblich.
Der Biss wird je nach individueller Empfindlichkeit mit einem Mücken-, Bienen- oder leichten Wespenstich verglichen. Möglich sind eine lokale Rötung, Schwellung, Schmerzen, Kribbeln oder vorübergehende Taubheitsgefühle. Schwere Giftwirkungen sind nicht zu erwarten, erklärt das Umweltbundesamt.
Nosferatu-Spinne im Haus: Was tun?
Wer eine Nosferatu-Spinne in der Wohnung entdeckt, sollte nicht hektisch reagieren. Am sichersten ist es, das Tier vorsichtig einzufangen und nach draußen zu setzen.
Schritt für Schritt vorgehen
- Nähern Sie sich der Spinne nicht mit bloßen Händen und versuchen Sie nicht, sie zu zerdrücken.
- Großes Gefäß holen: Ein Glas, eine Schüssel oder eine transparente Kunststoffbox eignet sich besser als ein kleines Gefäß.
- Behälter über die Spinne stülpen. Gehen Sie langsam vor und vermeiden Sie schnelle Bewegungen.
- Schieben Sie ein Stück festen Karton oder Papier vorsichtig zwischen Untergrund und Gefäß.
- Halten Sie die Pappe an der Öffnung fest, drehen Sie den Behälter vorsichtig um und sichern Sie ihn.
- Spinne freilassen: Setzen Sie das Tier möglichst zeitnah draußen und in einiger Entfernung zum Gebäude wieder aus.
Der NABU empfiehlt, die Spinne nicht zu töten. Sie ist ein Nützling und ernährt sich unter anderem von Fliegen, Faltern und anderen Spinnen.
Was tun bei einem Biss?
Bleibt die Begegnung nicht folgenlos, sollte die Bissstelle zunächst beobachtet werden. Reinigen Sie die Haut vorsichtig und kühlen Sie die betroffene Stelle bei Schwellung. Kratzen sollte vermieden werden.
Bei starken oder sich ausbreitenden Beschwerden, einer ungewöhnlich heftigen Schwellung, Atemproblemen, Kreislaufbeschwerden oder einer bekannten Allergie sollten Betroffene medizinische Hilfe holen. Bei anhaltender Unsicherheit ist ebenfalls ein ärztlicher Rat sinnvoll.
So halten Sie Nosferatu-Spinnen aus der Wohnung fern
Eine vollständige Garantie gibt es nicht. Einige einfache Maßnahmen können Hausbesuche aber weniger wahrscheinlich machen:
- Fliegengitter an Fenstern und Balkontüren anbringen;
- Ritzen und Spalten an Fenstern, Türen und Rollladenkästen abdichten;
- Türen zu Keller, Garage und Dachboden möglichst geschlossen halten;
- angesammeltes Laub, Holz oder andere Verstecke direkt an der Hauswand reduzieren;
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Giftspinnen, Riesenzecken, Schlangen und Co. breiten sich im Saarland und in der Großregion aus
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Foto: imago images/membio/membio via www.imago-images.de
Das Umweltbundesamt rät generell von einer chemischen Bekämpfung von Spinnen im und am Haus ab. Spinnen sind nützlich, übertragen keine Krankheiten und helfen dabei, andere Insekten in Schach zu halten.
Sichtung der Nosferatur-Spinne melden: Das hilft der Forschung
Wer glaubt, eine Nosferatu-Spinne entdeckt zu haben, kann den Fund bei NABU melden. Ein Foto und möglichst genaue Angaben zum Fundort helfen dabei, die weitere Ausbreitung und Lebensweise der Art zu erfassen.
Nicht anfassen, aber auch nicht in Panik geraten
Eine Nosferatu-Spinne im Haus kann erschreckend aussehen. Ein Grund zur Panik ist sie jedoch nicht. Wer Abstand hält, das Tier nicht mit der bloßen Hand berührt und es vorsichtig mit einem Gefäß nach draußen bringt, handelt richtig. Fliegengitter und abgedichtete Ritzen können helfen, weitere Hausbesuche im Herbst zu vermeiden.