Sieg gegen Bielefeld: Lilien-Turnaround dank Energieleistung

Service Navigation

Sieg gegen Bielefeld Lilien-Turnaround dank Energieleistung

Der SV Darmstadt 98 hat gegen Arminia Bielefeld den ersten Saisonsieg gefeiert. Nach Abpfiff lobt Trainer Florian Kohfeldt den Zusammenhalt seiner Mannschaft - und erweist sich als Sprintwunder.

Florian Kohfeldt

Florian Kohfeldt nach dem Sieg gegen Bielefeld Bild © IMAGO / Eibner

Audiobeitrag

Audio

00:43 Min. |11.09.26|Phil Hofmeister

Bild © Imago Images/ HMB-Media| zur Audio-Einzelseite

Ende des Audiobeitrags

Der Pfiff von Schiri Eric Weisbach war am Freitag noch nicht verklungen, da zog Lilien-Trainer Florian Kohfeldt einen der energischsten Sprints des Abends an. 30, 40, 50 Meter rannte Kohfeldt über den halben Platz, dann endlich war er angekommen bei Keeper Marcel Schuhen, der erschöpft auf dem Rasen lag. 2:1 gegen Bielefeld, der erste Sieg in der zweiten Liga seit dem 7. März und ein Sprung in der Tabelle vom letzten auf den 14. Platz - der Rest war gemeinsamer Jubel.

Die Welt wäre sicherlich nicht untergegangen in Darmstadt, hätten die Lilien am Freitagabend nicht gegen die Arminia gewonnen. Dass nach dem Saisonstart mit nur einem Punkt aus vier Spielen aber doch ein gewisser Druck auf dem Kessel war, zeigte nicht nur Kohfeldts Jubel-Sprint. "Es war ja nicht so, dass es eine Trainerdiskussion gab oder irgendjemand von einem Endspiel gesprochen hat", sagte Kohfeldt nach dem Spiel. "Aber wir alle haben intern gespürt: Jetzt muss ein Freitag-Bölle-Abend her."

Videobeitrag Lilien-Trainer Florian Kohfeldt

Bild © hessenschau.de

Ende des Videobeitrags

Schuhen: "Wir haben sehr lange drauf gewartet"

Den Freitag-Bölle-Abend bekam Kohfeldt, mit allem, was dazugehört. Nach nur drei Minuten schoss Ho-Jae Lee die Lilien nach feinem Zuspiel von Noah Weißhaupt in Front. Und das Bölle stand erstmals Kopf. Der Druck war den Lilien in der Folge dennoch weiter anzumerken, Bielefeld kam besser ins Spiel, vermehrt zu Chancen und glich folgerichtig aus.

Als alles schon nach einem Remis aussah, spielte Bielefelds Leon Jensen den Ball im Strafraum mit der Hand, Milan Smit vollendete den Elfmeter vor der Heimkurve zum umjubelten Last-Minute-Sieg. Kein Spiel für schwache Nerven, aber eben eine Energieleistung, die belohnt wurde. Und die wie gemalt ist als Turnaround einer bisher schwierigen Lilien-Saison. "Wir sind glücklich und erleichtert. Wir haben sehr lange drauf gewartet", freute sich Schuhen.

Kohfeldt: "Heute mussten wir gewinnen, das haben wir gemacht"

Die Erleichterung war auch Schuhens Trainer anzumerken. Kohfeldt wollte nach dem Spiel gar nicht so sehr über die spielerischen Details reden, "wir kennen uns jetzt in den Interviews seit über zwei Jahren. Es kommt selten vor, dass ich keinen Bock habe, über Fußball und Chancen und Tore zu reden. Heute mussten wir gewinnen, das haben wir gemacht", sagte Kohfeldt in der Mixed Zone.

Viel eher hob er den Zusammenhalt seiner Mannschaft hervor. Auch wenn nicht alles klappte, war die Herangehensweise gegen Bielefeld eine deutlich andere als beim schwachen Auftritt in Kaiserslautern in der Vorwoche. "Die zweite Halbzeit in Kaiserslautern war so, wie ich meine Mannschaft nicht Fußball spielen sehen will", so Kohfeldt über das 0:3 auf dem Betze, das vermehrten Gesprächsbedarf nach sich zog. "Wir haben diese Woche extrem viele Gespräche geführt. Aber wir haben sie miteinander geführt, nicht gegeneinander oder übereinander."

Kohfeldt: "Jetzt hoffe ich, dass wir Boden finden"

Mit dem Ergebnis, dass sich das Team auf dem Platz wieder griffiger und leidenschaftlicher präsentierte, die Extra-Meter füreinander machte. "Heute war ein Sieg der Gruppe Darmstadt 98", so Kohfeldt. Ein Sieg, der möglichst auch der Turnaround sein soll, quasi der verspätete Startschuss in die Lilien-Saison. "Jetzt hoffe ich, dass wir Boden finden. Solange wir das bringen an Energie, dann werden wir vielleicht nicht jedes Spiel gewinnen. Aber dann werden wir in vielen Spielen die Chance haben, sie zu gewinnen", so Kohfeldt. Und in Sachen Energie, das zeigte sein Sprint, weiß der Mann, wovon er spricht.