„So sieht der Anfang vom Ende aus“: Beobachter sehen Trumps Macht bröckeln

Stand: 22.09.2026, 14:08 Uhr

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Wie sieht die Zukunft für Trump aus? Gerichte bremsen den Präsidenten, Republikaner gehen auf Distanz – und die Midterms rücken näher.

Donald Trump hat seine zweite Amtszeit bislang mit demonstrativer Härte geführt. Doch wenige Wochen vor den US-Zwischenwahlen häufen sich Rückschläge für den Präsidenten: Gerichte bremsen Vorhaben, einzelne Republikaner gehen auf Distanz und Umfragen zeigen für die Kongresswahl einen deutlichen Vorsprung der Demokraten.

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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.

Gerichte bremsen Trump

Für die Kolumnisten Jim VandeHei und Mike Allen sind das erste Anzeichen einer neuen politischen Phase, wie sie für das US-Nachrichtenportal Axios schreiben: „So sieht der Anfang vom Ende aus, was Trumps Berater und Vertraute am meisten Angst macht.“ Besonders folgenreich könnte es aus ihrer Sicht werden, sollten die Demokraten bei den Midterms die Kontrolle über Teile des Kongresses übernehmen.

„So sieht der Anfang vom Ende aus“: Beobachter sehen Trumps Macht bröckeln

Wie sieht die Zukunft für Trump aus? Gerichte bremsen den Präsidenten, Republikaner gehen auf Distanz – und die Midterms rücken näher. © © IMAGO / ABACAPRESS / Archivbild

Binnen weniger Tage musste Trump mehrere Niederlagen hinnehmen. Die US-Notenbank erhöhte die Zinsen entgegen seinem Wunsch. Der Supreme Court wies seinen Plan zurück, die Briefwahl einzuschränken. Zudem verhinderte ein Bundesrichter, dass Trump dem Kennedy Center seinen Namen gibt.

Auch aus der eigenen Partei kommt Kritik. Die republikanische Abgeordnete María Elvira Salazar erklärte in einem Wahlkampfspot, die Einwanderungsbehörde ICE sei zu weit gegangen. Hispanische Wähler fühlten sich „verraten“, sagte sie.

Ausschluss von Medien und „Arc de Trump“

Axios verweist außerdem auf Trumps Entscheidung, CNN, Politico und MS NOW von der Berichterstattung aus dem Weißen Haus auszuschließen. Die betroffenen Medien kündigten rechtliche Schritte an. VandeHei und Allen sehen darin Trumps Vorstellung von Macht als Nullsummenspiel: Einer gewinnt, der andere verliert.

Dazu passt nach ihrer Darstellung auch Trumps jüngster Vorstoß für seinen geplanten goldenen Triumphbogen. Der Präsident erklärte, der „Arc de Trump“ solle unter anderem große Mengen Drohnen aufnehmen können. Auf Dach und Platz sollten zudem Scharfschützen eingesetzt und entsprechende Munition gelagert werden können. Wird das Bauwerk mit nationaler Sicherheit begründet, könnten Gerichte und Kongress nach Einschätzung der Autoren schwerer dagegen vorgehen.

Berater und Vertraute beschreiben Trump laut Axios grundsätzlich als gut gelaunt. Einige räumten intern jedoch ein, dass er mitunter sehr schnell gereizt reagiere und man ihm seine 80 Jahre inzwischen anmerke.

Demokraten liegen bei Kongresspräferenz vorn

Beim sogenannten Generic Ballot, der landesweit die Parteipräferenz für die Kongresswahlen misst, kommen die Demokraten derzeit auf 49,3 Prozent. Die Republikaner erreichen 41,9 Prozent, wie der Umfragedienst US Polling Data ausweist. Der Abstand beträgt 7,4 Prozentpunkte. Die angegebene Fehlermarge liegt bei zwei bis drei Punkten. Im November finden in den USA die „Midterms“, die Zwischenwahlen für Kongress und Senat statt. Im Moment haben die Republikaner in beiden Kammern die Mehrheit – Trump kann also noch durchregieren.

Im Repräsentantenhaus bereiten sich Demokraten nach Darstellung von Axios jedoch bereits auf mögliche Untersuchungen gegen Trumps Regierung und Familie vor. Trump habe sich seinerseits schon im vergangenen Jahr auf einen möglichen neuen Impeachment-Konflikt in den Jahren 2027 und 2028 eingestellt.

Auch in seinem Umfeld beschäftigt man sich mit möglichen Ermittlungen. Katie Miller, frühere Mitarbeiterin der ersten Trump-Regierung und Ehefrau des stellvertretenden Stabschefs Stephen Miller, erinnerte auf X an die Zeit nach Trumps erster Amtszeit. Ihre Familie habe damals Geld für Anwälte ausgeben müssen, „das wir nicht hatten“, schrieb sie laut Axios. Auch viele Freunde hätten nicht gewusst, wie sie hohe Anwaltsrechnungen bezahlen sollten.

Trump kann dem Bericht zufolge weiterhin auf Loyalität oder zumindest Schweigen vieler republikanischer Mandatsträger zählen. Zugleich treten Gerichte, Demokraten und einzelne Republikaner seinen Entscheidungen inzwischen offener entgegen. Quellen: Axios, US Polling Data, nif/red.