Stand: 28.07.2026, 19:00 Uhr
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Die Stadtbibliothek Achim bietet einen Makerspace mit 3D-Drucker, VR-Brillen und Spielekonsolen an. In Workshops vermittelt das Team den Umgang mit der Technik.
Achim – Ein Buch ausleihen, ein Hörbuch hören, den Bibliothekskatalog durchblättern – all das ist möglich, ohne einen Fuß in die Stadtbibliothek Achim zu setzen. Medien können über die Internetseite vorgemerkt und Wünsche für Anschaffungen geäußert werden.

Im Jahr 2011 hat sich die Stadtbibliothek der „Onleihe“ angeschlossen – als eine der ersten im Umkreis, sagt Saša Kovačević, stellvertretender Leiter der Achimer Stadtbibliothek. Im Jahr 2018 kam der regionale Zusammenschluss „Nordleihe“ dazu, sodass Hörbücher ergänzend zur „Onleihe“ digital ausgeliehen und gehört werden können. Seitdem seien die Nutzerzahlen deutlich angestiegen. Einen deutlichen Sprung um 50 Prozent gab es von 2019 auf 2020. „Während Corona konnte auch ohne Karte die Onleihe temporär genutzt werden.“
„Wir gucken, was ergibt für die Nutzer Sinn, wo liegt der Bedarf, was wünschen sie sich“, erklärt Kovačević. Herausfordernd sei dabei die Finanzierung. „Was ist umsetzbar, was wird angenommen? Es wird alles teurer. Im analogen Bereich müssen wir deutlich kritischer gucken, was wir anschaffen.“ Hinzu kommen Kosten für die Lizenzen der digitalen Medien. „Die Digitalisierung hat Vorteile, aber man muss auch schauen, dass man alle mitnehmen kann.“
Die einen würden es gut finden, dass sie alles selbstständig machen könnten, andere hielten es für gut, den Service in der Bibliothek nutzen zu können. Alle mitzunehmen, das sei auch die Aufgabe der Bibliothek, weshalb Workshops zu unterschiedlichen Themen angeboten werden, beispielsweise über die Vorteile und Risiken künstlicher Intelligenz.
Der Makerspace zählt ebenfalls zu den digitalen Angeboten. Dort können VR-Brillen, Spielekonsolen und Lego-Sets zum Thema Robotik und Programmieren ausgeliehen werden. Ein 3D-Drucker kann vor Ort für kleine Projekte genutzt werden. „Wir vermitteln die Medienkompetenz und tragen dazu bei, dass alle daran teilhaben können.“ In Workshops wird der Umgang vermittelt. „Es ist herausfordernd für uns, wir müssen in der Lage sein, das Wissen zu vermitteln. Es ist ein tolles Angebot, aber wir hatten am Anfang auch wenig Ahnung und mussten uns einarbeiten.“ Er ist daher froh über das Team, das bereit ist, sich die Zeit zu nehmen, und das nötige Know-how hat.
Als weiteren Beitrag zur digitalen Teilhabe sieht Saša Kovačević die Bibliothek der Dinge. Die Nachfrage nach der Wärmebildkamera sei enorm, deshalb wurde die Nutzungszeit verkürzt. Es können auch ein E-Book-Reader oder ein Tablet sowie ein Bee-Bot-Roboter ausgeliehen werden.
Trotz der digitalen Möglichkeiten würden die Nutzer überwiegend vor Ort ausleihen, auch wenn der Anstieg online höher sei. Der analoge Weg werde seit 2023 immer mehr genutzt. Das liegt laut Kovačević auch daran, dass Kinder Medien kostenlos ausleihen können. Die Zahl der digitalen Ausleihen liege bei etwa 30.000, die der analogen Ausleihen um 200.000 höher. „Das digitale Angebot ist eine Ergänzung, wir haben auch nicht die finanziellen Mittel und den Platz, um alles anzuschaffen.“
Die Digitalisierung der Stadtbibliothek ist auch intern weit vorangeschritten. „Wir versuchen alles, was Sinn ergibt, womit wir einen Mehrwert haben, zu digitalisieren, in der Verwaltung und bei internen Arbeitsprozessen“, sagt Kovačević. „Wir sind als Bibliothek schon relativ weit.“ Das digitale Aktensystem ermöglicht die Arbeit ohne Papier. „Dadurch sind wir schneller und effektiver.“
Die Stadtbibliothek ist an die Server und Services der Stadt angeschlossen. Auch die IT-Sicherheit läuft über die städtische Verwaltung, da der Datenschutz streng geregelt ist. Sollte das Internet einmal ausfallen, „dann stellen wir auf analog um“, erklärt Kovačević.
In naher Zukunft hofft er, dass die Außenstellen in Uesen, Baden, Uphusen und Bierden digital angeschlossen werden können. Noch werde nach einer Lösung gesucht. Eine Bibliotheks-App, um direkt vor Ort die Medien selbstständig mitzunehmen, wünschen sich zudem viele Nutzer, sagt er. Sein persönlicher Traum ist eine sogenannte Open Library, wie sie auch in Verden in der Stadtbibliothek entstehen soll. Ab einer bestimmten Uhrzeit könnte die Bibliothek mit dem Bibliotheksausweis selbstständig genutzt werden. „Dann wären die Nutzer in der Lage, das Angebot unabhängig von uns zu nutzen.“