Streit um Alterssicherung: Beamte in die Rentenversicherung – das löst keine Probleme

Streit um Alterssicherung Beamte in die Rentenversicherung – das löst keine Probleme

Meinung | Saarbrücken · Auch Beamte sollen in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, fordert etwa die Saar-Arbeitskammer. Auch wenn es dafür Gründe geben mag, letztlich verschleiert es das aktuelle Rentenproblem nur.

09.10.2026 , 08:00 Uhr

Wenn auch Beamte in die Rentenkasse einzahlen, löst das nicht das Problem der Rentenfinanzierung.

Wenn auch Beamte in die Rentenkasse einzahlen, löst das nicht das Problem der Rentenfinanzierung.

Foto: Markus Lenhardt

Es gehört zum bunten Strauß von Scheinlösungen, die im politischen Wettbewerb für die Probleme des Sozialstaats angeboten werden: Lasst die Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen – dann kommen wir um Einschnitte herum. Selbst die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren, an der die Saar-SPD und die Arbeitskammer im Saarland so leidenschaftlich festhalten, wäre gedeckt:

Rund zehn Milliarden Euro pro Jahr kostet die Regelung, die einigen mehr erwartete Rendite für ihre Rentenpunkte zubilligt als anderen. Wenn jetzt für alle Beamten Beiträge gezahlt würden, kämen rund 20 Milliarden Euro im Jahr zusammen, wie das Institut der Deutschen Wirtschaft ausgerechnet hat. Da bliebe noch was übrig, um ein höheres Rentenniveau zu bezahlen, das die Arbeitskammer will.

Eine Reform, so sinnvoll sie sein mag, als Lösung aktueller Probleme zu verkaufen, ist unseriös

Nun mag man am Nebeneinander der sozialen Rentenversicherung und Beamtenversorgung auch aus Gerechtigkeitsgründen einiges aussetzen. Eine Reform als Lösung aktueller Rentenprobleme zu verkaufen, ist aber naiv oder gar unseriös. Ob nun alle aktiven oder nur die neuen Beamten in die Rentenversicherung einzahlen: Bund und Länder müssten den Arbeitgeberanteil übernehmen und auch eine höhere Besoldung gewähren – denn weniger netto werden die Beamten kaum akzeptieren.

Das zusätzliche Geld kommt also aus den Haushalten von Bund und Ländern. Es addiert sich ökonomisch zu den 130 Milliarden Euro, die schon jetzt aus Steuermitteln in die Rentenkassen fließen. Und die muss die Ansprüche später bedienen. Eine Milchmädchenrechnung, ein Schneeballsystem. Was bliebe: Die jüngere Generation zahlt mehr für die aktuelle Rentengeneration.

Länger arbeiten oder kleinere Rente, daran führt kein Weg vorbei

Wer generationengerecht sein will, kommt nicht umhin, den Älteren, die zum Glück länger leben, etwas zuzumuten: länger arbeiten oder weniger Rente. So bitter, so einfach ist es. Es ist Mathematik.