Stand: 06.10.2026, 21:00 Uhr
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Die Detlef-Knechtel-Stiftung springt ein, weil der Landkreis Oldenburg klamm ist. Die neue Werkzeugfräsmaschine ist zugleich Prüfungsgerät für angehende Gesellen.
Wildeshausen/Landkreis – Praxisbezug ist für Techniker durch nichts zu ersetzen: Wie ein Werkstück entsteht und wie man in einem Team arbeitet, lernen diese Schüler an den Berufsbildenden Schulen in Wildeshausen (BBS) nicht zuletzt auch ganz praktisch. Ab sofort bieten die BBS den Jugendlichen im Bereich Metalltechnik noch eine dritte Möglichkeit, Erfahrungen im Umgang mit Werkstoffen und modernen Geräten zu sammeln. Möglich geworden ist dies durch eine weitere Spende der Detlef-Knechtel-Stiftung mit Sitz in Wildeshausen: eine Werkzeugfräsmaschine mit Digitalanzeige. Diese erlaubt das Arbeiten in drei räumlichen Achsen und bis auf kleinste Bruchteile eines Millimeters genau.

Es ist nach 2025 bereits die zweite Maschine dieser Art, die die Stiftung den BBS zur Verfügung stellt. Das komme nicht nur den Schülern zugute, sondern komme auch dem Landkreis als Schulträger entgegen, erläuterte Stiftungsvorstand Bernhard Gundelach beim offiziellen Übergabetermin in der Berufsschule. Der Landkreis Oldenburg habe drei dieser Fräsen für die Metallwerkstatt vorgesehen. Da dessen Finanzlage aktuell angespannt sei, sei die Stiftung eingesprungen und habe die gewünschte dritte Maschine finanziert. Die Neuanschaffung hat einen Wert von rund 67.000 Euro. An der Übergabe nahmen sein Vorstandskollege Thomas Möller sowie Landrat Christian Pundt, BBS-Schulleiter Jens Haar sowie Thorsten Lange, Abteilungsleiter der dualen Bildung, teil.
Dank der großzügigen Spende könne der handlungsorientierte Unterricht im gewerblich-technischen Bereich weiter gestärkt sowie der Praxisbezug in der Metallausbildung ausgebaut werden, merkte Haar an. Die nun drei verfügbaren Fräsen ermöglichten es den Schülern, moderne Fertigungstechniken unter realitätsnahen Bedingungen zu erlernen und anzuwenden. So könnten theoretische Kenntnisse unmittelbar in der praktischen Ausbildung umgesetzt und wichtige Kompetenzen für das spätere Berufsleben erworben werden.
Die Investition sei somit auch ein wichtiger Beitrag zur Weiterentwicklung der beruflichen Bildung und zur Vorbereitung junger Menschen auf die Anforderungen moderner Produktions- und Fertigungsprozesse, betonte der BBS‑Schulleiter. Die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern wie in diesem Fall mit der Detlef-Knechtel-Stiftung zeige, wie wichtig die enge Verbindung zwischen beruflicher Bildung, Wirtschaft und öffentlicher Hand für eine zukunftsorientierte Ausbildung sei.
Das bestätigte auch Fachpraxislehrer Matthias Röttgers, der während des Besuchs der Gäste gerade eine Gruppe angehender Agrarwirte betreute, die an zweien der nun drei verfügbaren Fräsen arbeiteten. Auch diese Schüler erwerben an den BBS erste Kenntnisse in der Metallbearbeitung. Röttgers erläuterte, dass die Maschinen für eine Reihe von Ausbildungsgängen, aber durchaus auch von Sprachlernklassen, verwendet werden. Dazu zählten etwa die sogenannten Berufseinstiegsklassen. Deren Teilnehmer lernen verschiedene Berufsfelder kennen und können ihren Schulabschluss nachholen oder den Notendurchschnitt verbessern.
Der Lehrer wies auf noch etwas anderes hin: Nicht jeder Lehrbetrieb verfüge über derart moderne Maschinen wie diese drei Metallfräsen. Da die Metallwerkstatt in der Schule zudem eine Prüfungswerkstatt ist, könnten die angehenden Gesellen just an den Geräten Erfahrungen sammeln, die später für ihren praktischen Ausbildungsabschluss verwendet werden können. Als Lehrer trete er inzwischen eher als Berater denn als Dozent auf, erklärte er den Besuchern. Die Schüler agierten eigenständig als kleine Teams und erarbeiteten die jeweiligen Lösungen für ihre Aufgaben selbst.
Und den Praxisbezug gebe es noch auf einer ganz anderen Ebene, verriet Röttgers: Seine Schüler arbeiteten an einem konkreten Projekt: einem kleinen, aber massiven Stahlgrill mit höhenverstellbarem Rost. Und der werde dann natürlich auch von allen Beteiligten entsprechend „eingeweiht“.
Ein ganz „handfestes“ und gewichtiges Symbol für guten Zusammenhalt nahm schließlich noch Landrat Pundt von seinem Besuch in den BBS mit zurück ins Kreishaus: Eine andere Berufseinstiegsklasse hat ihm eine Kugel geschenkt, die sie gekonnt aus stählernen Muttern zusammengeschweißt hatte.