Streit um Alterssicherung: Beamte in die Rentenversicherung – mehr als überfällig

Streit um Alterssicherung Beamte in die Rentenversicherung – mehr als überfällig

Meinung | Saarbrücken · Auch Beamte sollen in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, fordert etwa die Saar-Arbeitskammer. Dafür gibt es gute Gründe.

09.10.2026 , 08:00 Uhr

 Beteiligen sich die Beamten, könnte die Rentenversicherung etwa 20 Milliarden Euro jährlich mehr einnehmen.

Beteiligen sich die Beamten, könnte die Rentenversicherung etwa 20 Milliarden Euro jährlich mehr einnehmen.

Foto: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa/Fernando Gutierrez-Juarez

Als Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU) 1986 sagte: „Die Rente ist sicher“, ahnte er wohl nicht, dass der Satz Jahrzehnte später nur noch zur Satire dient.

Die geburtenstarken Jahrgänge gehen in den Ruhestand. Weniger Beitragszahler rücken nach, der Druck auf die Rentenkasse wächst. Auch Beamte sollten deshalb in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Das wäre ein Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit – und ein Schritt zu fair verteilter Alterssicherung.

Eine Beamtenbeteiligung entlastet die Kassen

Die derartige Einbeziehung würde das Problem natürlich nicht für alle Zeiten lösen, aber die Beitragsbasis würde verbreitert. Eine Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft beziffert die zusätzlichen Einnahmen auf etwa 20 Milliarden Euro jährlich. Dies kann den Übergang abfedern und erkauft mehr Zeit.

Ja, das rüttelt an den Privilegien der Staatsdiener. Doch soll der Berufsstatus wirklich darüber entscheiden, wer seinen Ruhestand genießen kann und wer nicht?

Ruhestand gilt für alle

Die Durchschnittsrente in Deutschland liegt bei rund 1100 Euro brutto im Monat. Die durchschnittliche Beamtenpension lag Anfang 2025 bei 3.416 Euro. Hier klafft die Schere weit auseinander. Das zeigt sich auch bei einem Vergleich der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Danach bezieht ein durchschnittlicher Rentner in Deutschland 53,3 Prozent des letzten Nettoverdienstes – gegenüber 63,2 Prozent im OECD-Schnitt. Für die drittgrößte Volkswirtschaft des Planeten sollte das eigentlich ein Warnsignal sein.

Mehr Einnahmen durch Beamte und eine gerechtere Verteilung könnte uns deutlich näher an den OECD-Schnitt heranbringen. Jeder Staatsbürger dieses Landes sollte in der Lage sein, nach Jahrzehnten der Lohnarbeit ohne finanzielle Probleme den Ruhestand zu genießen. Ja, Beamtinnen und Beamte sollen einzahlen – schrittweise, fair und mit Bestandsschutz.