Stand: 09.08.2026, 12:00 Uhr
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Neue Studie: Schlafqualität beeinflusst Noten und soziales Leben von Jugendlichen stärker als Ernährung oder Sport.
Kalifornien – Der Sommer bietet Schülerinnen und Schülern eine seltene Gelegenheit, sich vom Druck des Schuljahres zu erholen. Sie können Schlaf nachholen, für den im vollen Stundenplan oft kaum Zeit bleibt.
Schlaf ist entscheidend für einen gesunden Körper, doch Daten zeigen, dass Jugendliche längst nicht genug schlafen, was ihre psychische Gesundheit beeinträchtigen kann und damit auch ihre Leistungen in der Schule deutlich verschlechtert.
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Dieser Artikel von Marta Iraola Iribarren entstand in Kooperation mit Euronews
Eine neue Studie legt nahe, dass Schlaf Bildung und Privatleben von Jugendlichen stärker beeinflusst als Bildschirmzeit, Bewegung oder Ernährung.
Besonders betroffen sind junge Menschen mit Angststörungen, Depressionen oder anderen psychischen Problemen, bei denen sich Schlafmangel oft stärker auf Konzentration, Motivation und Umgang mit Stress auswirkt als andere bekannte Risikofaktoren des Lebensstils.

„Wir haben erwartet, dass Schlaf wichtig ist, aber nicht, dass er sich so deutlich von anderen Lebensstilfaktoren abhebt, insbesondere von der Bildschirmzeit“, sagt Jason Smucny, Erstautor der Studie an der University of California, Davis, in den USA.
Schlaf hebt sich von anderen Lebensstilfaktoren ab
Das Team untersuchte, wie vier Lebensstilfaktoren – Schlafqualität, Bildschirmzeit, körperliche Aktivität und Ernährung – den Zusammenhang zwischen psychischer Gesundheit und schulischen sowie sozialen Kompetenzen bei Kindern im Alter von zehn bis 13 Jahren beeinflussen.
Für die schulischen Leistungen werteten die Forschenden Daten von mehr als 6.000 Teilnehmenden aus, für soziale Probleme von über 7.000. Kinder und Jugendliche mit Symptomen von Depression, Angst oder psychoseähnlichen Erfahrungen schnitten in der Schule und im sozialen Umfeld tendenziell schlechter ab, zeigten häufiger Konzentrationsprobleme, Konflikte mit Gleichaltrigen und geringeres Engagement im Unterricht.
Lebensgewohnheiten erklären große Teile des Zusammenhangs
Dennoch ließ sich ein großer Teil dieses Zusammenhangs durch Lebensgewohnheiten erklären – vor allem durch die Schlafgewohnheiten.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Schlafqualität ein wichtiger Faktor ist, über den frühe Symptome psychischer Erkrankungen zu schwächeren schulischen Leistungen führen, schreiben die Autorinnen und Autoren und verweisen darauf, dass Schlaf damit zu einem zentralen Ansatzpunkt für Prävention und Unterstützung werden könnte.
Die Forschenden nennen mehrere mögliche Gründe dafür, dass Schlaf eine so starke Wirkung hat. Sie verweisen darauf, dass schlechter Schlaf mit Müdigkeit am Tag, Aufmerksamkeitsproblemen und eingeschränkten exekutiven Funktionen zusammenhängt – alles entscheidend für den Lernerfolg, die Fähigkeit zu planen sowie Aufgaben zu organisieren und erfolgreich abzuschließen.
Guter Schlaf als Schlüssel für Lernen und soziale Beziehungen
Auch für das soziale Miteinander spielt Schlaf eine zentrale Rolle. Schlafstörungen können sozialen Rückzug und Gereiztheit verstärken und es Jugendlichen erschweren, stabile Beziehungen zu pflegen, Vertrauen aufzubauen und in Konfliktsituationen angemessen zu reagieren, was wiederum ihr Wohlbefinden und ihren schulischen Erfolg langfristig beeinträchtigen kann.
„Eltern, Lehrkräfte und Therapeutinnen und Therapeuten konzentrieren sich verständlicherweise auf Symptome wie Angst und Depression“, sagt die Seniorautorin der Studie, Tara Niendam.
Was Familien selbst zum besseren Schlaf beitragen können
„Doch für junge Menschen und ihre Familien zählt oft vor allem, wie sich diese Symptome auf den Alltag auswirken – darauf, wie sie in der Schule zurechtkommen, Freundschaften pflegen und tägliche Herausforderungen bewältigen. Die Studie legt nahe, dass Schlaf ein wichtiger Weg sein könnte, der psychische Gesundheit mit diesen Ergebnissen in der realen Welt verbindet.“
Sie betont, dass Eltern und Familien beim Thema Schlaf selbst aktiv werden können. „Gesunder Schlaf allein löst zwar nicht jedes psychische Problem, aber feste Schlafroutinen sind eine praktische Möglichkeit, das emotionale Wohlbefinden und die Alltagsbewältigung eines Kindes zu stärken.“
Indem sie regelmäßige Schlafenszeiten fördern, Bildschirme vor dem Zubettgehen begrenzen und eine ruhige Umgebung schaffen, können Familien Jugendlichen helfen, ihre Chancen auf schulischen Erfolg und stabile soziale Beziehungen zu verbessern.