Stand: 09.08.2026, 12:00 Uhr
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Die Wartenberger Künstlerin zeigt erstmals ihre Skulpturen im Medienzentrum. Wenn eine Idee kommt, muss sie mitten in der Nacht aufstehen und sofort arbeiten.
Wartenberg – Tini Schülke stellt ihre Arbeiten im Medienzentrum Wartenberg erstmals der Öffentlichkeit vor. Die 1948 in Moosburg geborene Künstlerin ließ sich von KulturMarkt-Chefin Jutta Paulini überzeugen. „Ja, ich habe mich lange nicht getraut“, bekannte sie bei der Vernissage gegenüber der Heimatzeitung. Paulini zeigte sich glücklich, dass wieder einmal eine Wartenberger Künstlerin im Medienzentrum ausstellt. Schülkes Werke sind bis Ende August zu bewundern.
Birgit Ranner, Leiterin des Medienzentrums, war fasziniert: „So etwas in dieser Art, das hatten wir noch nie.“ Vize-Bürgermeister Bernd Scheumaier wies den Kunstausstellungen im Medienzentrum eine Rolle zu: „Sie wecken Emotionen.“ Das gelte auch für Schülkes Arbeiten. Die Kuratorin hatte in ihrer Laudatio dem Bürgermeister das Stichwort geliefert: „Am Anfang einer Arbeit bei ihr steht immer eine Emotion.“ Und weiter: „Sie folgt keiner Konvention.“
Das tun Emotionen von Haus aus nicht, und so wurde im ehemaligen „Hebammenhaus“ an der Erdinger Straße, wo die Künstlerin auch lange eine Katzenpension betrieben hat, geradezu besessen gearbeitet. Monica Baumann: „Danke, dass wir heute Gast in deiner künstlerischen Welt sind.“ In genau diese tauchten die Gäste auch intensiv ein, schlichen förmlich um die Skulpturen, zückten Handys, lächelten.
„Flausen im Kopf“ heißt eine Arbeit. Der Heimatzeitung gegenüber äußerte die Künstlerin sich so: „Die Ideen sind einfach im Kopf.“ Der Titel der Ausstellung „Frei gedacht“ passt also perfekt. Aber Schülke ist auch ehrlich: Die ihr zufliegenden Ideen können, bekannte sie, ein „Fluch“ sein. „Dann stehst du mitten in der Nacht auf und musst einfach diese Idee umsetzen. Sonst ist sie wieder weg.“
Wenn also nachts um zwei Uhr im „Hebammenhaus“ Licht an ist, dann sei es mal wieder so weit: Schülke taucht ein in ihre ganz eigene Welt und in ihre Modelliermasse, die „Pulp“ heißt. Geschreddertes, eingeweichtes Papier vermengt sie mit Kleber. „Das ist dann richtig batzig“, sagte sie. Dieses Rohmaterial hat sie, noch in trockenem Zustand, bereitgestellt, um ihren Ausstellungsgästen einen Eindruck davon zu vermitteln, womit sie arbeitet.
Früher sei der Werkstoff ihrer Wahl Ton gewesen, aber die gewaltigen Stromkosten für das Brennen hätten ihr etwas die Freude daran genommen, bekannte sie. So sind auch einige Arbeiten in Ton ausgeführt. Und in einer Ecke waren dann auch die Arbeiten zu sehen, die einen gewissen Kontrast zu den Fantasien darstellen: Ihre Perlhühner sind großartig getroffen.
Und darum schon gilt, was Paulini sagte: „Man muss einfach öfter hingehen. Man entdeckt immer wieder was Neues.“ Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Medienzentrums geöffnet und beschränkt sich nicht auf den zentralen Raum im Erdgeschoss: Es lohnt sich, auch die Treppen bis zum zweiten Stockwerk hinaufzunehmen.