Papst Leo hat Lungenkrebs: Was die Diagnose Adenokarzinom bedeutet

Publiziert14. Oktober 2026, 14:05

Diagnose AdenokarzinomTeil von Lunge entfernt: Das sind die Heilungschancen des Papstes

Die Operation hat bestätigt, was zuvor befürchtet wurde: Das Oberhaupt der katholischen Kirche hat Lungenkrebs. Dabei handelt es sich um ein Adenokarzinom.

Fee Anabelle Riebeling

Darum gehts

  • Papst Leo XIV. leidet an einem Adenokarzinom. Es ist die häufigste Form von Lungenkrebs.
  • Diese Krebsart kann auch Nichtrauchende treffen und gilt als weniger aggressiv als kleinzelliger Lungenkrebs.
  • Wird ein Adenokarzinom früh erkannt und vollständig entfernt, sind die Heilungschancen gut.

Papst Leo XIV. galt bislang als fit und gesund. Doch am Wochenende gab der 71-Jährige bekannt, dass bei einer Routinekontrolle ein bösartiger Knoten in seiner Lunge gefunden worden sei. Dieser wurde bereits entfernt, mitsamt dem unteren Lappen des rechten Lungenflügels. Fachleute nennen das Lobektomie. Die Ärzte fällten die Diagnose Lungenkrebs. Der Pontifex leidet an einem Adenokarzinom.

Was bedeutet ein Adenokarzinom in der Lunge?

Ein Adenokarzinom ist die häufigste Form von Lungenkrebs. Laut dem amerikanischen National Cancer Institute macht es etwa 40 Prozent der Lungenkrebserkrankungen aus.

Adenokarzinome entstehen aus drüsenartigem Schleimhautgewebe, das die Bronchien und Lungenbläschen auskleidet und unter anderem Schleim bilden kann. Zwar gilt auch hier Rauchen als grösster Risikofaktor, doch es kann auch Nichtraucherinnen und Nichtraucher treffen. Bei ihnen ist das Adenokarzinom die häufigste Lungenkrebsform.

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Wie aggressiv sind Lungenadenokarzinome?

Die Krebsform zählt zu den weniger aggressiven Lungenkrebsarten. Generell unterscheidet man zwischen zwei Hauptgruppen:

  • Die nicht kleinzelligen Karzinome, zu denen auch die Adenokarzinome zählen. Auch die Plattenepithelkarzinome fallen in diese Gruppe.
  • Die kleinzelligen Karzinome, die deutlich aggressiver sind und laut dem deutschen Lungeninformationsdienst etwa zehn bis 15 Prozent der Lungenkrebserkrankungen ausmachen.

Wie aggressiv ein Lungenadenokarzinom voranschreitet, lässt sich nicht pauschal sagen: Ein solcher Tumor kann in der Lunge wachsen, Lymphknoten befallen, aber auch Metastasen bilden. Wie schnell das geschieht, hängt zum Beispiel von der individuellen Tumorbiologie ab.

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Lungenadenokarzinom: Wie sieht die Prognose aus?

Auch hier ist keine pauschale Antwort möglich. Es hängt vor allem davon ab, zu welchem Zeitpunkt der Krebs entdeckt wird. Bei einer frühen Feststellung sind die Aussichten gut. Wenn die Behandlung in einem frühen Stadium beginne und der Tumor bei einem chirurgischen Eingriff vollständig entfernt werde, liege die sogenannte Fünf-Jahres-Überlebensrate bei «80 bis 98 Prozent», so Juanita Mora, Sprecherin des Amerikanischen Lungenverbands ALA, zur Nachrichtenagentur AFP.

Für Papst Leo XIV. sind das gute Nachrichten: Laut Angaben von «Vatican News» ist der bösartige Knoten «in einem sehr frühen Stadium entdeckt» und «gut abgegrenzt» worden. Die Entfernung eines Teils des Lungenflügels, wie sie beim Pontifex vorgenommen wurde, gilt als Standardverfahren. Das Vorgehen deutet darauf hin, dass der Krebs örtlich begrenzt ist und noch nicht gestreut hat.

Bei Papst Leo XIV. wurde der Tumor in einem frühen Stadium entdeckt und entfernt.

Bei Papst Leo XIV. wurde der Tumor in einem frühen Stadium entdeckt und entfernt.IMAGO/Independent Photo Agency Int.

Teil des Lungenflügels entfernt: Ist das nicht problematisch?

Bei Leo XIV. wurde nicht ein ganzer Lungenflügel, sondern nur ein Teil davon entfernt: der untere Lappen des rechten Lungenflügels (siehe grafische Darstellung). Laut David Carbone, Direktor des Thoracic Oncology Center der Ohio State University, ist dadurch nicht unbedingt die Lungenfunktion beeinträchtigt: «Die Lungen verfügen über eine grosse Reservekapazität und man kann sich sogar einen ganzen Lungenflügel entfernen lassen und trotzdem ein normales Leben führen», erklärte er der AFP. Die Betroffenen könnten nach einer Erholungsphase meist wieder gut atmen und ihren Alltag bewältigen, heisst es von der Mayo Clinic. Die Belastbarkeit könne aber zunächst oder dauerhaft etwas geringer sein.

Keine Symmetrie: Der rechte Lungenflügel besteht aus drei Lappen. Der linke Lungenflügel hat aufgrund der Position des Herzens nur zwei Lappen.

Keine Symmetrie: Der rechte Lungenflügel besteht aus drei Lappen. Der linke Lungenflügel hat aufgrund der Position des Herzens nur zwei Lappen.Wikimedia Commons/OpenStax College/CC BY-SA 4.0

Wie es mit dem Papst nun weitergeht, ob eine weitere Behandlung nötig ist und wie diese aussieht, ist offen. Das weitere Vorgehen hängt insbesondere vom endgültigen Gewebebefund und den untersuchten Lymphknoten ab.

Verschiedene Arten von Lungenkrebs-OPs

Beim Oberhaupt der Katholiken wurde ein Lappen eines Lungenflügels entfernt. Das ist eines von mehreren möglichen Verfahren zur Entfernung von Lungentumoren. Neben der Lobektomie gibt es noch:

  • die Keilresektion zur Entfernung eines kleinen Lungenabschnitts, der den Tumor und einen Rand gesunden Gewebes enthält.
  • die Segmentresektion zur Entfernung eines grösseren Teils der Lunge, jedoch nicht eines ganzen Lungenlappens.
  • die Pneumonektomie, bei der ein gesamter Lungenflügel entfernt wird.

Welche Symptome weisen auf Lungenkrebs hin?

Lungenkrebs gilt als tückisch. Denn Tumore in der Lunge werden oft erst spät erkannt. «Erst wenn der Krebs bereits gross ist, treten eindeutige Symptome wie Atemnot auf, oder wenn er streut, zum Beispiel ins Gehirn, können Lähmungen auftreten», erklärte Miklos Pless, Onkologe am Kantonsspital Winterthur und Präsident des Swiss Cancer Institute gegenüber 20 Minuten.

Folgende Beschwerden können – müssen aber nicht – laut Krebsliga Anzeichen für Lungenkrebs sein:

  • Andauernder Husten über Wochen, der trotz Behandlung weiter besteht.
  • Ein bestehender Husten verändert sich plötzlich.
  • Atemnot in Ruhe oder bei leichter Tätigkeit.
  • Schmerzen im Brustkorb.
  • Auswurf mit oder ohne Blut.
  • Ungewollter Gewichtsverlust.

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Hast du oder hat jemand, den du kennst, die Diagnose Krebs erhalten?

Hier findest du Hilfe:

KrebsInfo der Krebsliga, Tel. 0800 11 88 11

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Fee Anabelle Riebeling

Fee Anabelle Riebeling (fee) arbeitet seit 2014 für 20 Minuten. Sie ist stv. Leiterin Wissen/AI, Data und Leiterin des Fachgremiums Faktencheck & Verifikation.