TSG Münster startet mit neuem Spielertrainer Ulshöfer in die Saison

Stand: 28.08.2026, 13:30 Uhr

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In der vergangenen Saison noch Gegner, jetzt Teamkollegen: Lars Zelser (Mitte, am Ball) und Nils Schröder, damals noch im Trikot der HSG Hanau.

In der vergangenen Saison noch Gegner, jetzt Teamkollegen: Lars Zelser (Mitte, am Ball) und Nils Schröder, damals noch im Trikot der HSG Hanau. © Marcel Lorenz

Ein 32-Jähriger übernahm als Trainer-Debütant die Drittliga-Mannschaft und will sein Team variabler und unberechenbarer machen. In der Vorbereitung gewann die TSG alle sechs Testspiele.

Münster – Es fühlt sich an wie ein Neustart. Zumindest ein bisschen. Der langjährige Chefcoach Daniel Wernig ist weg, ein Trainer-Debütant steht an der Seitenlinie der TSG Münster. Einer, der weiterhin auch noch auf dem Parkett die Richtung vorgibt. Jonas Ulshöfer, 32 Jahre alt, geht in seine erste Saison als Spielertrainer im Männer-Handball. Und nach einer gelungenen Vorbereitung kann der ehemalige Profi durchaus mit Optimismus in seine Premierenspielzeit als Chefcoach gehen.

Das Drittliga-Team der TSG Münster um Spielertrainer Jonas Ulshöfer (mittlere Reihe, links, Nr. 13).

Das Drittliga-Team der TSG Münster um Spielertrainer Jonas Ulshöfer (mittlere Reihe, links, Nr. 13). © TSG Münster

Zelser-Brüder wieder „vereint“

„Ich glaube“, sagt Ulshöfer, „mit der Vorbereitung können wir in allen Bereichen sehr zufrieden sein.“ Sechs Testspiele bestritt seine Mannschaft, gegen Petterweil, Bürgel, Groß-Bieberau, Leutershausen, Breckenheim Wallau/Massenheim und Neuenhain - alle wurden gewonnen. Freilich: Freundschaftsspiele haben nur bedingt Aussagekraft, gerade gegen unterklassige Gegner. Doch Ulshöfer sah in vielen Bereichen „einen guten Entwicklungsschritt“. Er will sein Team vor allem variabler gestalten und unberechenbarer machen. „Wir wollen in Abwehr und Angriff variantenreicher agieren. Es wird mehr Spielsysteme geben, auf die wir zurückgreifen wollen. Daran arbeiten wir täglich.“ In dieser Hinsicht habe er aus der Vorbereitung „viele gute Schlüsse ziehen können“.

Münster hatte in der vergangenen Saison als Aufsteiger den guten sechsten Platz in der 3. Liga Südwest belegt. Außer Wernig, der nun die Rhein-Neckar Löwen II in der 3. Liga Süd trainiert, hat die Mannschaft nur Matic Grusovnik (zur HSG Bieberau/Modau) verlassen. Für den einstigen Abwehrchef und Kreisläufer wurde Nils Fischer (HSG Hanau) als Nachfolger geholt. Zudem kehrte mit Nils Zelser ein hochtalentierter Ex-Münsterer zu seinem Heimatverein zurück. Der 20-Jährige war einst zu A-Jugend-Bundesligist HSG Rodgau Nieder-Roden gewechselt und gehörte danach zwei Jahre dem Drittliga-Kader der Männer an. In Münster wird er nun Teamkollege seines zwei Jahre älteren Bruders Lars Zelser, der künftig eine noch zentralere Rolle einnehmen soll. „Auf der Mitte-Position wird wohl viel auf Lars Zelser und mich hinauslaufen“, meint Ulshöfer, der einst 2023 den ThSV Eisenach in die 1. Bundesliga geführt hatte: „Lars soll den nächsten Entwicklungsschritt gehen.“

Die Besetzung im Rückraum gleicht einem guten Mix aus erfahrenen Führungsspielern wie Patrick Weber und Jonas Schneider sowie aufstrebenden Talenten wie Lennart Liebeck, Jannis Herr, Dominik Winzer Manso, Jakob Gollan und den beiden Zelser-Brüdern. „Patrick Weber ist der neue Kapitän. Er wird seine Führungsqualitäten noch mehr in die Mannschaft geben und ist auf dem Spielfeld der Anker und ein Entscheidungsspieler“, sagt Ulshöfer.

Die beiden Neuzugänge Nils Schröder und Nils Zelser seien bereits „sehr gut integriert. Sie haben eine sehr gute Vorbereitung gespielt und geben der Mannschaft neue Bausteine, die wir nutzen können.“ Nils Zelser ist eigentlich auch auf der Position in der Rückraum-Mitte zu Hause, kann jedoch flexibel eingesetzt werden. „Er ist ein sehr variantenreicher Spieler mit unglaublich viel Potenzial, der in seinem ersten richtigen aktiven Drittliga-Jahr bei uns viel Erfahrung sammeln wird. Er kann alle Rückraum-Positionen spielen.“ Der gebürtige Frankfurter Nils Zelser ist zwar „nur“ 1,78 Meter groß, aber „wahrscheinlich der schnellste Spieler unserer Mannschaft“, so Ulshöfer.

Am Freitag zu Hause gegen Dormagen II

Fehlen wird zunächst der verletzte Kreisläufer Patrick Jockel, der noch mindestens sechs Wochen ausfällt. Torwart Johannes Jepsen befindet sich nach seinen Rückenproblemen aus der Vorsaison auf dem Weg der Besserung. „Der Heilungsprozess verläuft prima, er wird so schnell wie möglich in die Liga einsteigen“, sagt der Sportliche Leiter Marco Malm. Es werde freilich die Freigabe der Mannschaftsärzte Lutz Nitsche und Judith Bock abgewartet.

Los geht es in der 3. Liga Südwest mit einem Heimspiel an diesem Freitag (20.15 Uhr, Eichendorffhalle) gegen Aufsteiger TSV Bayer Dormagen II. „Dormagen hat eine top ausgebildete junge Mannschaft, vor allem im Eins-gegen-Eins. Sie wird uns vor große Aufgaben stellen“, meint Ulshöfer. „Ich glaube, jeder Spieler in dieser Mannschaft hat das Ziel, irgendwann in die erste Mannschaft Dormagens zu kommen, die in der 2. Liga spielt.“

Ulshöfer und der ebenfalls neue Co-Trainer Sebastian Frieman formulieren ein klares Saisonziel. „Das primäre Ziel ist der schnellstmögliche Klassenerhalt. Alles, was dann möglich ist, nehmen wir mit und wollen natürlich das Maximale erreichen.“