Der KI-Boom führt im IT- und Finanzsektor verstärkt zum Abbau von Stellen. Im August 2026 lag das Minus bei 34.000 Jobs.
US-amerikanische IT-Firmen nutzen den Einsatz von KI-Modellen offenbar verstärkt zur Entlassung von Mitarbeitern. Das geht unter anderem aus der Auswertung von Mitteilungen aus dem kalifornischen Amt für Arbeitsmarktentwicklung (EDD) durch die Zeitung The Mercury News(öffnet im neuen Fenster) hervor. Demnach hat die Zahl der Stellenstreichungen in der IT-Branche rund um die Bucht von San Francisco (Bay Area) im Jahr 2026 bereits die Zahl des Gesamtjahres 2025 übertroffen.
Firmen müssen dem EDD Mitteilungen über die Anpassung und Umschulung von Arbeitnehmern (Worker Adjustment and Retraining Notification (Warn)(öffnet im neuen Fenster)) erstatten. Dem Bericht zufolge meldete die IT-Branche bis Anfang September 2026 Pläne zum Abbau von 12.947 Arbeitsplätzen in der Region. Das entspreche einem Anstieg um 27 Prozent im Vergleich zu den 10.170 Stellen aus dem Jahr 2025.
Meta baut Tausende Stellen ab
In der aktuellen Liste(öffnet im neuen Fenster) (xlsx) findet sich unter anderem die Ankündigung des Zahlungsdienstleisters Paypal zum Abbau von 251 Stellen in San José. Aus einem weiteren Dokument (PDF) geht der kumulierte Abbau von 3.715 Arbeitsplätzen beim sozialen Netzwerk Meta hervor. Im April 2026 war bekannt geworden, dass der Mutterkonzern von Facebook und Instagram bis zu 8.000 Stellen abbauen will.
Der Zeitung zufolge gab Amazon bekannt, 917 Stellen in der Bay Area abzubauen. In ganz Kalifornien sind es der Liste zufolge jedoch mehrere Tausend. Cisco Systems kündigte demnach 706 Stellenstreichungen an, gefolgt von Oracle America mit 652 Stellen und Linkedin mit 585 Stellen.
US-Arbeitsmarkt unter Druck
Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump im Januar 2025 ist der Arbeitsmarkt in den USA unter Druck geraten. Dazu tragen unter anderem die verhängten Strafzölle auf zahlreiche ausländischen Produkte und die gestiegenen Energiepreise durch den Irankrieg bei. Investitionen in KI-Rechenzentren sind jedoch weiterhin hoch und stützen die US-Konjunktur.
Zwar meldete das Amt für Arbeitsmarktstatistik für August 2026 den überraschenden Zuwachs von 162.000 Stellen in den USA. Doch aus der vorläufigen Statistik(öffnet im neuen Fenster) (PDF) geht hervor, dass im Informationssektor(öffnet im neuen Fenster), zu dem auch Verlage und Medien gehören, im Vergleich zum Vormonat 23.000 Stellen abgebaut wurden. Im Finanzsektor lag das Minus den zweiten Monat in Folge bei 11.000 Stellen.
Zur Erläuterung schrieb das Amt: "Den Daten zufolge ging die Zahl der Beschäftigten im August um 23.000 zurück, nachdem in den vorangegangenen zwölf Monaten monatlich durchschnittlich 8.000 Arbeitsplätze abgebaut worden waren. Im August kam es zu Arbeitsplatzverlusten bei Anbietern von IT-Infrastruktur, Datenverarbeitung, Webhosting und damit verbundenen Dienstleistungen (minus 8.000), im Verlagswesen (minus 7.000) sowie im Rundfunk und bei Anbietern von Inhalten (minus 5.000)."
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