Video der Massenproteste in Spanien: Ceuta-Krise spaltet das Land
Stand: 03.09.2026, 20:29 Uhr
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Fünf Wochen nach dem Massenansturm auf Ceuta gehen Zehntausende in ganz Spanien auf die Straße – und die Wut wächst.
Ceuta – Fünf Wochen nach dem beispiellosen Massenansturm auf die spanische Exklave Ceuta ist die Krise längst nicht vorbei – sie hat das ganze Land erfasst. Am Mittwoch, dem regionalen Feiertag „Tag von Ceuta“, gingen allein in Madrid rund 50.000 Menschen auf die Straße, in mehr als 200 weiteren spanischen Städten folgten weitere Zehntausende. Auslöser: Ende Juli überquerten innerhalb von zwei Tagen rund 72.000 Migranten die Grenze von Marokko nach Ceuta – mindestens 100 von ihnen kamen dabei ums Leben, viele ertranken beim Versuch, schwimmend die Grenze zu überqueren. Laut Zentralregierung befinden sich noch mindestens 5.000 Migranten in der Exklave, die Polizeikonföderation schätzt die Zahl auf rund 10.000 – darunter 1.200 unbegleitete Minderjährige, viele ohne Unterkunft, auf Straßen und Stränden.
Regierung unter Druck: Wer steckt hinter den Protesten?
Die Proteste wurden vom Gemeindeverband FEMP, der von der konservativen Volkspartei PP geführt wird, sowie von der rechtspopulistischen Vox mitorganisiert. Oppositionsführer Alberto Núñez Feijóo sprach von einer „Invasion“ durch Migranten, hinter der Marokko stecke, und warf Ministerpräsident Pedro Sánchez Lügen und Versagen vor. Spaniens Regierung stellte unterdessen ein Hilfspaket von 309 Millionen Euro für Ceuta bereit – und bezeichnete die Proteste als politisch motiviert. Minister Ángel Víctor Torres sagte im Radio: „Das dient nicht dazu, Unterstützung für Ceuta zu zeigen; es dient dazu, die Regierung Spaniens anzugreifen.“ Gleichzeitig berichten NGOs vor Ort von Menschen in extremer Not – darunter 1.200 unbegleitete Minderjährige ohne gesicherte Unterkunft. Spanien darf die Migranten aus rechtlichen Gründen nicht kollektiv abschieben, sondern muss jeden Asylantrag individuell prüfen. Was die Demonstranten in Ceuta zu sagen haben und welche Szenen sich dort abspielten – das zeigen die Aufnahmen aus der Exklave und aus Madrid.