VW dreht ins Minus: China bricht weg, der Gewinn stürzt ab

Stand: 24.07.2026, 17:25 Uhr

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VW kappt die Umsatzprognose von plus drei auf minus drei Prozent. Der Gewinn bricht um ein Drittel ein, China kollabiert. Blumes radikaler Sparkurs trifft auf Blockade im Aufsichtsrat.

Wolfsburg – Europas größter Autobauer geht auf Schrumpfkurs. Volkswagen rechnet für 2026 erstmals mit einem Umsatzrückgang von bis zu drei Prozent – noch im Frühjahr hatte Konzernchef Oliver Blume ein Wachstum von plus drei Prozent prognostiziert.

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Das ist kein Korrektürchen, sondern eine Kehrtwende um 180 Grad. Der Gewinn im zweiten Quartal brach um 32,9 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro ein, wie WirtschaftsWoche berichtet. Im ersten Halbjahr lag der Nettogewinn bereits 30 Prozent unter Vorjahr – bei VW läuft gerade alles schief.

VW CEO Oliver Blume

VW kappt die Umsatzprognose von plus drei auf minus drei Prozent. © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler

Der wichtigste Markt mutiert zur Katastrophe. Die Verkäufe in China sackten um mehr als ein Drittel auf 424.300 Fahrzeuge ab. Konzernweit wurden 2,08 Millionen Autos ausgeliefert – ein Minus von neun Prozent.

Finanzchef Arno Antlitz formuliert die Dramatik nüchtern: Die operative Umsatzrendite liege mit 3,8 Prozent „auf einem zu niedrig Niveau“, so Handelsblatt. Sein Klartext: „In einem Umfeld, in dem der Gesamtmarkt in China um 20 Prozent zurückgeht und chinesische Wettbewerber ihre Exporte und dadurch den Wettbewerbsdruck in Europa erhöhen, reichen die bislang geplanten Initiativen nicht aus.“.

Blumes brutaler Sparkurs: 100.000 Jobs im Visier

Konzernchef Blume zieht die Notbremse – mit aller Härte. Bis zu 50.000 zusätzliche Stellen weltweit und vier Werke in Deutschland stehen auf dem Prüfstand. Das kommt on top zu den bereits beschlossenen 50.000 Jobs, die bis 2030 wegfallen sollen. Macht zusammen: 100.000 Arbeitsplätze in Gefahr. Bei der Kernmarke VW sind 35.000 Stellen im Feuer, der Rest verteilt sich auf Audi und Porsche.

Mehr als 37.000 Beschäftigte haben bereits Abbaupapiere unterschrieben. Blumes Begründung klingt wie eine Kapitulation vor der Realität: Zölle, Kriege, geopolitische Spannungen, härter werdende Konkurrenz. Die Autoindustrie stecke in einem „extrem herausfordernden Umfeld“, wie er laut Handelsblatt betonte. Übersetzt: VW hat den Anschluss verloren.

Machtprobe im Aufsichtsrat: Arbeitnehmer blockieren

Doch der radikale Schnitt stößt auf massiven Widerstand. Gewerkschaft, Betriebsrat und das Land Niedersachsen, das mit 20 Prozent an VW beteiligt ist, stellen im Aufsichtsrat die Mehrheit – und haben Blumes Pläne vorerst durchfallen lassen.

Die Arbeitnehmerseite will keine Werkschließungen und keinen Kahlschlag akzeptieren. Es droht eine Machtprobe, die den Konzern lähmen könnte, während chinesische Hersteller wie BYD und Geely in Europa auf den Markt drängen.

Business Punk Check

VW steckt in der Zwickmühle: zu langsam bei E-Mobilität, zu teuer in der Produktion, zu schwach in China. Blumes Strategie ist ein Offenbarungseid – wer nach 100.000 Jobs greift, hat keine Vision mehr, sondern nur noch Panik. Die eigentliche Frage lautet: Warum hat VW verschlafen, dass China längst zum Schlachtfeld wurde?

Während Tesla und die chinesischen Rivalen Software und Plattformen bauen, schraubt Wolfsburg noch an Sparprogrammen. Das Problem: Mit Stellenabbau gewinnt man keine Märkte zurück.

VW braucht nicht weniger Menschen, sondern die richtigen Produkte – und zwar schnell. Der Umsatz-Schwenk ins Minus ist erst der Anfang. Wenn der Aufsichtsrat weiter blockiert, wird aus der Krise eine Katastrophe.