Welche Kryptowährung soll ich kaufen und warum?

Stand: 09.08.2026, 16:41 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Bitcoin, XRP oder doch Solana? Die Auswahl an Kryptowährungen ist riesig – doch nicht jedes Projekt verspricht langfristig Zukunft. Worauf Anleger bei der Auswahl achten sollten.

Mehr als 10.000 Kryptowährungen sind inzwischen handelbar, darunter KI-Token, Meme-Coins, Blockchain-Netzwerke. Viele versprechen hohe Renditen oder präsentieren sich als nächste technologische Revolution. Doch nur ein Bruchteil dürfte langfristig eine bedeutende Rolle spielen. Wie lassen sich langfristig vielversprechend Projekte von kurzfristigen Hypes unterscheiden?

Content-Partnerschaft

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit BÖRSE am Sonntag.

Viele Anleger orientieren sich zunächst an sozialen Medien oder den größten Kursgewinnern der vergangenen Wochen. Doch weder ein viraler Hype noch eine starke Kursentwicklung sind ein verlässlicher Hinweis auf den langfristigen Erfolg eines Projekts. Entscheidend sind vielmehr ein klarer Anwendungsfall, eine wachsende Nutzung und die Fähigkeit, sich auch über kurzfristige Marktphasen hinaus zu etablieren.

Stapel von glänzenden neuen goldenen Bitcoins

Bitcoin oder nicht? © IMAGO/Saul Gravy

Ein schneller Kursanstieg macht noch lange kein gutes Investment

Eine gute Idee allein reicht dafür nicht aus. Sie kann kurzfristig Aufmerksamkeit erzeugen und den Kurs antreiben, ohne echte Nutzung hält dieser Effekt aber meist nicht lange an. Erst wenn Entwickler neue Anwendungen bauen, Unternehmen die Technologie einsetzen und Nutzer regelmäßig Transaktionen über das Netzwerk abwickeln, entsteht daraus ein Projekt mit langfristigem Potenzial.

Deshalb sollten Anleger nicht nur darauf schauen, welche Kryptowährung zuletzt am stärksten gestiegen ist. Wichtiger ist die Frage, warum ein Projekt auch in einigen Jahren noch erfolgreich sein könnte und welchen konkreten Nutzen es bietet. Während Kurse innerhalb weniger Tage oder Wochen stark schwanken können, verändert sich der tatsächliche Wert eines Netzwerks meist deutlich langsamer. Wer diese beiden Faktoren voneinander trennt, kann Kryptowährungen besser einschätzen und kurzfristige Hypes leichter erkennen.

Verteilung der Coins als Anhaltspunkt

Neben dem Anwendungsfall lohnt sich ein Blick auf die Tokenomics – also darauf, wie eine Kryptowährung aufgebaut und verteilt ist. Anleger sollten prüfen, wie viele Coins bereits im Umlauf sind, ob künftig noch große Mengen neu ausgegeben werden und wie sich die Bestände auf Investoren, Entwickler und die Community verteilen. Gelangen später viele zusätzliche Coins auf den Markt, kann dies den Kurs belasten. Liegt ein großer Teil der Einheiten in den Händen weniger Investoren, können größere Verkäufe ebenfalls für deutlichen Preisdruck sorgen.

Hilfreich ist zudem ein Blick auf die Partnerschaften eines Projekts. Kooperieren Banken, Vermögensverwalter oder große Technologieunternehmen mit einem Krypto-Projekt, spricht das oft dafür, dass dessen Technologie auch außerhalb der Kryptoszene gefragt ist. Eine Partnerschaft allein ist zwar kein Garant für den Erfolg, kann aber ein wichtiges Signal für die praktische Relevanz eines Projekts sein.

Bitcoin: Die Nummer Eins in der Geldanlage

Wer die genannten Kriterien anlegt, landet häufig bei Bitcoin. Keine andere Kryptowährung ist länger am Markt, besitzt eine vergleichbare Bekanntheit oder wird von so vielen institutionellen Investoren gehalten. Hinzu kommt die feste Obergrenze von 21 Millionen Bitcoin. Neue Einheiten können also nicht unbegrenzt geschaffen werden, weshalb viele Anleger Bitcoin als eine Art digitales Gold betrachten. Bis heute wurden bereits mehr als 19,9 Millionen Bitcoin geschürft. Damit sind bereits rund 95 Prozent aller jemals existierenden Bitcoin im Umlauf.

Der Zugang zu Bitcoin hat sich in den vergangenen Jahren deutlich vereinfacht. Seit der Zulassung von Spot-Bitcoin-ETFs können Anleger über ein klassisches Wertpapierdepot in Bitcoin investieren, ohne die Kryptowährung selbst verwahren zu müssen. Das hat Milliarden US-Dollar an neuem Kapital in den Markt gebracht und die Rolle von Bitcoin als wichtigste Kryptowährung weiter gestärkt. Allein der iShares Bitcoin Trust (IBIT) von BlackRock verwaltete Mitte 2026 bereits Vermögenswerte von rund 48 Milliarden US-Dollar.

Trotz teils erheblicher Kursschwankungen gilt Bitcoin heute als Referenz des gesamten Kryptomarktes. Für viele Anleger bildet er deshalb das Fundament eines langfristig ausgerichteten Krypto-Portfolios.

Ethereum: Das Fundament der Krypto-Wirtschaft

Während Bitcoin vor allem als Wertaufbewahrungsmittel gilt, bildet Ethereum die technische Grundlage für einen großen Teil des Kryptomarktes. Die Blockchain ermöglicht sogenannte Smart Contracts – digitale Programme, die Verträge und Anwendungen automatisch ausführen, ohne dass eine zentrale Instanz notwendig ist. Auf dieser Basis sind in den vergangenen Jahren dezentrale Finanzanwendungen (DeFi), Stablecoins, NFT-Projekte und zunehmend auch tokenisierte Wertpapiere entstanden. Je mehr Anwendungen auf Ethereum laufen, desto größer wird in der Regel auch die Nachfrage nach dem Netzwerk.

Solana: Schnell, günstig – und auf Wachstumskurs

Solana hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der größten Alternativen zu Ethereum entwickelt. Das Netzwerk kann viele Transaktionen in kurzer Zeit verarbeiten und verlangt dafür meist nur geringe Gebühren. Deshalb laufen inzwischen zahlreiche neue Anwendungen, Handelsplattformen und digitale Finanzprodukte über Solana. Das Netzwerk entwickelt sich zwar dynamisch, steht aber in einem intensiven Wettbewerb mit anderen Blockchains. Ob Solana seine starke Marktposition langfristig behaupten kann, hängt deshalb maßgeblich davon ab, ob Entwickler und Unternehmen dem Netzwerk dauerhaft treu bleiben.

XRP: Spezialist für internationale Zahlungen

XRP wurde vom US-Unternehmen Ripple entwickelt und verfolgt vor allem das Ziel, internationale Zahlungen schneller und günstiger abzuwickeln. Während klassische Überweisungen über mehrere Banken laufen und teilweise mehrere Tage benötigen, sollen Transaktionen über den XRP Ledger innerhalb weniger Sekunden abgeschlossen werden. Ripple arbeitet dafür seit Jahren mit Banken, Zahlungsdienstleistern und Finanzunternehmen zusammen. Gleichzeitig investiert das Unternehmen verstärkt in die Tokenisierung von Vermögenswerten. Künftig sollen beispielsweise Fonds, Anleihen oder andere Finanzprodukte direkt über den XRP Ledger ausgegeben und gehandelt werden können. Setzen sich diese Anwendungen durch, könnte XRP im Finanzsektor künftig eine größere Rolle spielen.

BNB: Herzstück des Binance-Ökosystems

BNB ist die Kryptowährung der Handelsplattform Binance, einer der größten Kryptobörsen der Welt. Nutzer können damit Handelsgebühren bezahlen und erhalten dafür Vergünstigungen. Gleichzeitig wird BNB benötigt, um Transaktionen auf der BNB Chain auszuführen oder Anwendungen aus den Bereichen DeFi, Gaming und Künstliche Intelligenz zu nutzen. Der Erfolg von BNB ist deshalb eng mit der Entwicklung des Binance-Ökosystems verknüpft. Wächst die Nutzung der Börse und ihrer Blockchain, steigt in der Regel auch die Nachfrage nach dem Coin.

Treffen Sie bessere Anlageentscheidungen

Wissen, das Rendite bringt: Der kostenlose Newsletter der BÖRSE am Sonntag liefert Ihnen zweimal pro Woche fundierte Analysen und klare Einschätzungen für Ihre Geldanlage. Mit klarem Nutzwert für Ihre Entscheidungen. Unsere Experten ordnen Märkte, Aktien und Trends präzise ein. So wissen Sie, was für Ihr Geld wirklich zählt. Jetzt den "BÖRSE am Sonntag"-Newsletter kostenlos abonnieren

Diversifikation bleibt wichtig

Auch wenn einzelne Kryptowährungen langfristig attraktive Chancen bieten, sollten Anleger die Risiken nicht unterschätzen. Der Kryptomarkt schwankt deutlich stärker als klassische Anlageklassen wie Aktien oder Anleihen. Selbst etablierte Projekte können innerhalb weniger Wochen zweistellige Kursverluste verzeichnen. Dazu kommen neue gesetzliche Vorgaben, technische Risiken und der intensive Wettbewerb zwischen den Blockchain-Netzwerken.

Viele Anleger setzen deshalb auf eine gestufte Strategie. Bitcoin bildet häufig den Kern des Krypto-Portfolios, während kleinere Positionen in etablierten Altcoins wie Ethereum oder Solana zusätzliche Wachstumschancen eröffnen können. Je spekulativer ein Projekt ist, desto geringer sollte in der Regel auch sein Anteil am Gesamtportfolio ausfallen.