Stand: 11.09.2026, 18:14 Uhr
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In Barnstorf wird darüber spekuliert, dass an der Rechterner Straße ein neuer Einkaufsmarkt entstehen könnte. Die Parteien im Samtgemeinderat sind gespalten – eine warnt vor dem „Donut-Effekt".
Barnstorf – Wie viele und welche Einkaufsmärkte benötigt der Ort? Dieses Thema wird derzeit in Barnstorf wieder etwas stärker diskutiert. Und damit beschäftigt sich die letzte von drei Fragen, die wir den Parteien gestellt haben, die sich um Plätze im Barnstorfer Samtgemeinderat bewerben. Hier die Antworten:
Zuletzt wurden Spekulationen über die Ansiedlung eines Einkaufsmarktes im Bereich Rechterner Straße laut. Wie würde Ihre Partei zu so einem Vorhaben stehen?
SPD: Die SPD ist offen für neue Ansiedlungen in dem Bereich. Mit den notwendigen Planungs- und Genehmigungsverfahren würden mögliche Auswirkungen auf die Umgebung geprüft und abgewogen.
CDU: Wir stehen diesem positiv gegenüber. Denn die Alternative wäre die Brache des Freigeländes und Leerstand eines riesigen Gebäudes. Wenn Investoren dort etwas realisieren möchten, sind wir gerne bereit, uns die Pläne anzuhören, darüber zu befinden und sie auch positiv zu begleiten.
WSB: Aus unserer Sicht kann die Neuansiedlung eines Einkaufsmarktes positive Auswirkungen haben. Wichtig wäre, dass dadurch auch Möglichkeiten für kleinere Geschäfte und ergänzende Angebote entstehen. Gleichzeitig muss berücksichtigt werden, dass es dann den sechsten Supermarkt in Barnstorf geben würde. Die Auswirkungen auf den bestehenden Handel und den Ortskern müssen daher sorgfältig geprüft werden. Entscheidend ist eine Planung, die den Einkaufsstandort stärkt, ohne den Ortskern weiter zu schwächen.
B90/Grüne: Einen weiteren Einkaufsmarkt an der Osnabrücker Straße halten wir nur dann für sinnvoll, wenn damit eine Versorgungslücke geschlossen und der bestehende Einzelhandel im Ortskern nicht beeinträchtigt wird. Jede Nutzung brachliegender Flächen muss die Lebensqualität für die Menschen in der Gemeinde verbessern. Dabei liegt unser Fokus auf der Unterstützung ortsansässiger Unternehmen.
FDP: Das Einzelhandelskonzept für Barnstorf befindet sich derzeit noch in der Erarbeitung. Dessen Ergebnisse sollten wir zunächst abwarten. Weitere Lebensmittelmärkte im Randbereich sehen wir mit Blick auf die bestehende Nahversorgung und die Entwicklung des Ortskerns kritisch. Entscheidend ist, ob ein zusätzliches Angebot Barnstorf insgesamt stärkt oder lediglich Kaufkraft und Kundenströme innerhalb des Ortes verlagert.
AfD: Wir stehen einer Ansiedlung eines Einkaufsmarktes an der Rechterner Straße sehr zurückhaltend gegenüber. Ein weiterer großflächiger Markt am Ortsrand würde den Einzelhandel im Zentrum belasten und den „Donut-Effekt“ verstärken – die Mitte verödet, während am Rand neue Flächen entstehen. Vorrang hat für uns die Stärkung des Ortskerns durch Wohnen, Nachnutzung von Leerständen und den Erhalt einer zentralen Nahversorgung.