Europa Cup Geizig in Graz: VfL-Frauen ziehen glanzlos ins Achtelfinale ein
Stand: 30.09.2026 • 21:25 Uhr
Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg sind mühelos ins Achtelfinale des Europa Cups eingezogen. Nach dem deutlichen 6:1-Erfolg im Hinspiel der zweiten Qualifikationsrunde gegen Sturm Graz gewannen die Niedersächsinnen auch das zweite Duell mit den Österreicherinnen am Mittwochabend mit 2:0 (1:0).
Von Hanno Bode
Verteidigerin Lou Bogaert (32.) und die eingewechselte Norwegerin Anny Kerim-Lindland (84.) waren vor 1.649 Zuschauern im Stadion Graz-Liebenau für das Team von Trainer Stephan Lerch erfolgreich. Dem VfL genügte gegen harmlose Gastgeberinnen ein glanzloser, aber grundsolider Auftritt, um den Sieg zu sichern.
Wir sind froh, dass wir auch das zweite Spiel souverän gezogen haben.
VfL-Trainer Stephan Lerch
"Ich bin glücklich, dass wir diese erste Hürde genommen haben und das wir über beide Spiele souverän in die nächste Runde eingezogen sind", sagte Lerch. "Am Ende ist es ein bisschen schade, dass wir nicht noch das eine oder andere Tor mehr erzielen konnten. Das müssen wir uns ankreiden", bemängelte der Coach zugleich.
Am Freitag werden im Schweizerischen Nyon bei der Auslosung das Achtelfinale auch gleichzeitig sämtliche Duelle für den weiteren Verlauf des neuen Wettbewerbs festgelegt. In der Runde der letzten 16 (28./29. Oktober und 10./11. November) könnten die Gegner des VfL unter anderem Ajax Amsterdam, Eintracht Frankfurt (setzte sich gegen FH Hafnarfjördur durch) oder Sparta Prag heißen.
Bogaert bricht per Freistoß den Bann
Der im Vergleich zum Hinspiel auf fünf Positionen in der Startelf veränderte VfL dominierte wie schon vor eigener Kulisse auch auf fremden Terrain von Beginn an das Geschehen. Anders aber als in Wolfsburg, als es bereits nach13 Minuten 2:0 stand und die "Wölfinnen" zur Pause mit 4:0 führten, waren die Angriffsbemühungen der Niedersächsinnen zunächst harmlos.
Ein Abschluss von Janina Minge, den Keeperin Vanessa Gritzner um den Pfosten lenkte (22.), war der einzige nennenswerte Wolfsburger Abschluss in den ersten 30 Minuten. Aus dem Spiel heraus entwickelte das Lerch-Team kaum Gefahr. Aber auf die Standards konnte sich der Vizemeister verlassen: Bogaert sorgte mit einem gefühlvollen Freistoß über die Grazer Mauer ins rechte obere Eck für das 1:0.
Viel mehr fußballerische Höhepunkte gab es vor der Halbzeit nicht. Die ersatzgeschwächten Gastgeberinnen, die auf Stammkeeperin Sarah-Lisa Dübel und Top-Torjägerin Brigitta Pulins verzichten mussten, mühten sich nach Kräften. Aber ihnen fehlten in Ballbesitz die Mittel, um den VfL auch nur ansatzweise in Bedrängnis bringen zu können.
Prašnikar vergibt, Kerim-Lindland vollendet gekonnt
Auch nach dem Seitenwechsel war das Geschehen auf dem Rasen ähnlich trostlos wie die Kulisse. Nur eine mitgereiste VfL-Anhängerin sorgte für etwas Atmosphäre in der spärlich besetzten Arena. "Auf geht's Wolfsburg, schieß ein Tor!", forderte sie immer wieder lautstark. Ihr Wunsch wurde zunächst nicht erhört.
Dabei hätte Lara Prašnikar in der 61. Minute eigentlich das 2:0 erzielen müssen, als sie aus wenigen Metern freistehend zum Kopfball kam. Aber der Abschluss der Slowenin war zu unplatziert, sodass Keeperin Gritzner parieren konnte.
Das Spiel war - anders als die köstliche Grillwurst von der Verkostungstheke im Stadion - zäh. Sturm konnte nicht - und der VfL wollte irgendwie nicht so richtig. Aber die "Wölfinnen" mussten ja auch nicht. Sie konnten mit Blick auf das Bundesliga-Nordduell am Sonntag (13.45 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) gegen den Hamburger SV mit ihren Kräften haushalten.
Für einen etwas längeren Einsatz gegen den HSV als gegen Graz empfahl sich "Jokerin" Kerim-Lindland. Nur 120 Sekunden nach ihrer Einwechslung umkurvte die Norwegerin Torhüterin Gritzner und schob zum 2:0-Endstand ein.