Stand: 22.10.2026, 08:00 Uhr
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Westconnect und Telekom treiben den Glasfaser-Netzausbau in Obertshausen voran. Erste Anschlüsse sind bereits in Betrieb.
Obertshausen – Der Glasfaserausbau in Obertshausen ist eine längere Geschichte. Aber nun geht es voran. Gleich zwei Telekommunikationsunternehmen sind derzeit im Stadtgebiet tätig: Während die Eon-Tochter Westconnect im Stadtteil Hausen Leitungen verlegt, baut die Telekom in einem Gebiet im Stadtteil Obertshausen ihr Netz aus. Dort nutzen erste Haushalte die neuen Anschlüsse, wie die Stadt mitteilt. Die parallelen Aktivitäten der Unternehmen werfen allerdings auch Fragen auf – insbesondere bei Bürgern, die bereits Verträge abgeschlossen haben, heißt es aus dem Rathaus.
In Hausen hat Westconnect nach dem Spatenstich im März inzwischen rund 14,5 Kilometer Glasfasertrasse verlegt. Insgesamt sind etwa 42 Kilometer erforderlich, um die rund 2.250 Gebäude in 31 Straßenverteilerbereichen zu erschließen. Fünf Baukolonnen arbeiten derzeit im Stadtteil sowie an der Verbindungsstrecke nach Weiskirchen.
Diese sogenannte Backbonetrasse soll noch im November fertiggestellt werden. Gleichzeitig ist die Inbetriebnahme des zentralen Netzknotens in der Albert-Schweitzer-Straße vorgesehen. Damit sollen auch die ersten Kunden in Hausen ihren Glasfaseranschluss nutzen können. Anschließend sollen weitere Hausanschlüsse fertiggestellt, Glasfaserkabel eingezogen und die erforderlichen Modems installiert werden. Voraussetzung für diese Anschlussarbeiten ist eine entsprechende Erklärung der Grundstückseigentümer. In zahlreichen Mehrfamilienhäusern wurde die Innenverkabelung bereits hergestellt, teilt die Stadt weiter mit.
Auch die Telekom meldet Fortschritte. Im Ausbaugebiet „Obertshausen Nord“ (rund um die Beethovenstraße), das etwa die Hälfte des Stadtteils umfasst, ist inzwischen rund die Hälfte der Tiefbauarbeiten erledigt. Erste Kunden nutzen bereits das neue Netz. Bis zum Jahresende sollen die Tiefbauarbeiten abgeschlossen sein, die übrigen Arbeiten bis zum Frühjahr 2027 folgen. Danach will die Telekom den Ausbau im Gebiet „Obertshausen Süd“ beginnen.
Dass inzwischen zwei Unternehmen Glasfasernetze errichten, hat eine Vorgeschichte. Ursprünglich wollte die Deutsche Giganetz den Ausbau übernehmen (wir haben berichtet). Weil die dafür erforderliche Nachfragequote nicht erreicht wurde, verzichtete das Unternehmen auf einen Baustart. Anschließend stieg Westconnect in die Planungen ein, es folgte die Telekom.
Die Stadt weist darauf hin, dass der Netzausbau auf Grundlage des Telekommunikationsgesetzes erfolgt. Dieses soll unter anderem den Wettbewerb zwischen den Anbietern ermöglichen. Westconnect hält weiterhin an einem flächendeckenden Ausbau fest, heißt es aus dem Rathaus. Bereits geschlossene Verträge behalten ihre Gültigkeit. Bei den weiteren Planungen beobachtet das Unternehmen die Bautätigkeiten im Stadtteil Obertshausen.
Für manche Bürger hat die Konkurrenz der Anbieter bereits Folgen: Teilweise wurden Verträge mit mehreren Unternehmen abgeschlossen. Deshalb verweist die Verwaltung auf eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom Januar. Demnach beginne die Mindestvertragslaufzeit bei Glasfaserverträgen bereits mit dem Vertragsabschluss und nicht erst mit der Freischaltung des Anschlusses. Das ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn zwischen Vertragsabschluss und tatsächlicher Nutzung längere Zeiträume liegen.
Bürger können bei dem Unternehmen, das in ihrem Wohngebiet ausbaut, entsprechende Glasfasertarife buchen. Auch Kooperationspartner der Telekommunikationsunternehmen bieten Verträge an. Welcher Anbieter gewählt wird, bleibt den Kunden überlassen.
„Die Stadt wird den weiteren Glasfaserausbau in der Stadt, der im Auftrag der jeweiligen Unternehmen durchgeführt wird, weiterhin begleiten und über wichtige Entwicklungen informieren“, erklärt Bürgermeister Manuel Friedrich (parteilos). Ziel bleibe eine flächendeckende und zukunftssichere Breitbandversorgung für Privathaushalte und Unternehmen. Erster Stadtrat Michael Möser (CDU) betont, dass die Entscheidung über einen Anschluss, den Anbieter und den Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bei den Bürgern liege. (red)